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offspace
Klebeband, Aluprofilrohre, Seilspanner, Stahlseil, Deckenhaken
ca 1300 x 200 x 300 cm
2014


Die Befragung des Raumes, seiner Funktionen, Logiken und Benutzungskriterien, ist Ausgangspunkt einer weiteren künstlerischen Intervention. Lukas Matuschek verhandelt mit seinem Eingriff die räumlichen Gegebenheiten der Hotelpassage neu. Die Passage, als ein Durchgangsort, der vom Hotelfoyer zum Wellnessbereich, zur Garage und zu einem Teil der Hotelzimmer führt, hat eine betonte Verteilerfunktion. Die NutzerInnen durchwandern sie zügig auf ihren Wegen zu den unterschiedlichen Bereichen des Hotels. An einer Stelle springt die Wandfläche in einem stumpfen Winkel zurück und erweitert die Passage um ein dreiecksförmiges Raummoment, das parallel zur Passage verläuft und sich an seiner Spitze wieder mit ihr verbindet. Dieser architektonisch bedingte Nebenraum wirkt in der Passage wie eine Bremse, lädt zum Stehenbleiben und Verweilen ein. Hier hängen üblicherweise Kunstwerke, deren Betrachtung von der unerwarteten erweiterten Raumsituation profitiert.
Matuschek grenzt diese beiden Raumebenen bewusst voneinander ab. Er hängt einen Vorhang aus weißen Klebestreifen an die Stelle der imaginären Grenze. In den Vorhang schreibt er eine Türöffnung ein. Den Raum dahinter verwandelt er in einen vermeintlichen Ausstellungsraum für Kunst, wobei die Raumgrenzen selbst zum Kunstwerk werden, der Vorhang zur Skulptur und die PassantInnen durch die Türöffnung zum Bildinhalt. Deren Durchgangsgeschwindigkeit findet in der Bewegung der einzelnen Vorhangstreifen ihren
Widerhall.

Text: section a.